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RE: Ich will das alles nicht mehr sehen

in #deutsch5 years ago

Aber soweit wollte ich gar nicht ausholen.

Gut. Dann hast doch wenigstens du etwas gelernt: Es ist sinnlos, Argumente anzuführen, die nicht direkt zum Thema passen.

Hört euch die Gegenseitige doch wenigstens mal an.

Da kannst du aber Gift drauf nehmen, dass ich das tue. Häufig viel zu geduldig.
Für mich gehören immer zwei (mindestens) Seiten zur Beleuchtung einer Thematik, denn nur durch dieses "Wissen" bin ich dazu in der Lage, mir meine eigene Meinung zu bilden.

Die Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Meinungen hört bei mir aber tatsächlich dann auf, wenn ich grobe Pauschalisierungen vernehme und erkenne, dass mein Gegenüber eben nicht offen für entgegengesetzte Meinungen ist.

Was will denn ein jeder mit dem Kundtun seiner Meinung bezwecken? In der Regel andere von der (vermeintlichen) Richtigkeit überzeugen. Das wird nie gelingen, wenn man von sachlichen Argumenten abweicht und sich gegenseitig beschimpft, die "Schuld" in die Schuhe schiebt oder Schlimmeres.

Kennst du "A Clockwork Orange" von Anthony Burgess? Dort wird geschildert, wie man in einem sehr fragwürdigen Experiment durch klassische Konditionierung versucht, einen gewalttätigen Jugendlichen zum Umdenken zu zwingen. Durch einen Fehler im Versuchsaufbau kommt zu gezeigten Gewalttaten, die mit heftiger durch Medikamente ausgelöster Übelkeit behavioristisch verknüpft werden sollen, ein weiterer Reiz: Musik von Beethoven. Statt Gewalt zu verhindern, wird diese am Ende stärker. Dem Jungen wird schlecht, wenn er Beethoven hört und er zerstört auf brutalste Weise, was oder wer ihm in solchen Momenten in die Quere kommt. Alles. Zuletzt sich selbst.

was du jedoch eh nicht tust

Danke. Was ich sicherlich nicht erst durch diesen Beitrag bewiesen habe.

Sort:  

In der heutigen Welt konfrontiert jeder den Gegenüber mit seinem Weltbild/ der Meinung.
Aber irgendwo hört auch Meinung auf. Habe oft das Gefühl, Meinung würde zur Auslegung und Aufweichung der eigenen Regeln/Moral vor dem Gewissen missbraucht werden.
Wenn ich sage ich bin für Freiheit und gegen Zwang und Gewalt, dann kann ich nicht im Anschluss meine eigene Gewalt irgendwie rechtfertigen.

Dort wird geschildert, wie man in einem sehr fragwürdigen Experiment durch klassische Konditionierung versucht, einen gewalttätigen Jugendlichen zum Umdenken zu zwingen.

Gab's da schon die "Menschenrechte"?

Auch Geschichte und vor allem die vertragliche Geschichte (welche auf Papier mit Siegel festgehalten wurde) kann nicht einfach ausgelegt werden-
Aus Unrecht kann kein Recht entstehen.
Wenn ich dir was klaue und es dann weiterverkaufe, wem gehört die Sache dann?
Dir? Weil die Sache ja geklaut wurde.
Oder dem neuen Eigentümer? Welcher in der Annahme war, ein legales Geschäft zu tätigen?
Das Geschäft war aber nicht legal/ rechtens. Denn aus Unrecht entsteht kein Recht.

Was ich auch sehr stark beobachte.. wie einfach es heutzutage ist jemanden anzugreifen/ zu beleidigen und auch angegriffen und beleidigt zu werden..
Und dann kann man natürlich anfangen alles mögliche zu verbieten und zu kontrollieren/ überwachen..
das ist aber im Ganzen Unmöglich (selbst für den Staat und erst recht als einzelner)
Was jedoch möglich ist, und somit viel effektiver..

Sich nicht so leicht angegriffen fühlen.
Erinnert mich auch irgendwie an Zen/ im Gleichgewicht sein/ sich nicht provozieren zu lassen..
Beobachte in der Gesellschaft jedoch das Gegenteil.
Jeder hat immer dünnere Haut.
Political correctness fällt mir da ein. Oder einige Feminist*innen. (bezüglich Begleiter -der/die/das er/sie/es etc.)
Das sind jedoch nur Extrembeispiele, quasi die Spitze des Eisbergs.

Danke. Was ich sicherlich nicht erst durch diesen Beitrag bewiesen habe.

Ich habe meinen positiven Eindruck von dir. Mag es sehr dass du Dinge ansprichst (wie ich auch) und deine eigene Meinung hast. Auch wenn ich diese nicht in jedem Bereich teile.
Ich bin mir jedoch sicher, dass du niemanden etwas beweisen musst. :)

Grüße :)

Aber irgendwo hört auch Meinung auf.

Exakt! Irgendwann wird das, wozu sie mutiert ist, zur Waffe, die man meint, zu recht einzusetzen, weil man ja schließlich ein Recht auf seine Meinung hat.

Gab's da schon die "Menschenrechte"?

Ja. 1962. Es ist (natürlich) eine fiktive Geschichte. Diese ist aber durchaus als Parabel zu verstehen. In mehrere Richtungen.
"A Clockwork Orange" war zu meiner Schulzeit Pflichtlektüre im Englischunterricht. Der Roman wurde 1971 von Stanley Kubrick sehr genial verfilmt. Ansehen lohnt sich auch nach fast 50 Jahren!

Auch wenn ich [deine Meinungen] nicht in jedem Bereich teile.

Genau das ist die Basis für fruchtbare, problemlösungsorientierte Diskussionen. Alles andere wäre einseitig und langweilig.

LG, Chriddi